Den Bootmanager bei MBR Installationen auf das Systemlaufwerk verlegen

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    Avatar von areiland
    Version
    Windows 10 Pro x64 immer aktuell!
    System
    970M Pro3,FX6350,ATI 7730,16GB DDR3 1600,SSD256 GB,MK7559GSXP,SH224BB

    Den Bootmanager bei MBR Installationen auf das Systemlaufwerk verlegen

    Man kennt es inzwischen! Windows 7, 8, 8.1 oder Windows 10 wurden neu auf eine SSD oder eine zusätzliche Festplatte installiert und man stellt fest, dass der Bootmanager auf der alten Festplatte verblieben ist. Der Ausbau der alten Festplatte bedeutet nun, dass Windows nicht mehr starten möchte und das Rechner BIOS die Fehlermeldung: "Bootmgr missing" hervorbringt.

    Diese Anleitung gilt nur für Windows Installationen, die im MBR Modus laufen - für Windows Installationen im EFI Modus muss diese: Bei EFI Installationen von Windows den Bootmanager auf das Systemlaufwerk verlegen Anleitung zu Rate gezogen werden!

    Der Grund für dieses Verhalten liegt darin, dass neue Festplatten oder SSDs komplett unformatiert und unpartitioniert kommen und das Windows Setup deshalb standardmässig die Bootmanagerpartition der im Rechner verbliebenen Festplatte nutzt, um seine Bootumgebung einzurichten. Dazu ist zu sagen, dass Windows seit Windows Vista eine verborgene (weil nicht mit einem Laufwerksbuchstaben versehene) System-reservierte Partition einrichtet - aus der Windows gestartet wird. Diese Partition ist nur in der Datenträgerverwaltung sichtbar und beherbergt neben den blossen Bootdateien inzwischen auch ein Miniwindows als Wiederherstellungsumgebung, mit dem sich Windows reparieren lässt. Ausserdem ist diese zusätzliche Partition nötig, um auch das System mit Bitlocker verschlüsseln zu können. Der benötigte Verschlüsselungstreiber muss nämlich unbedingt von einem unverschlüsselten Laufwerk geladen werden können.

    Den Bootmanager bei MBR Installationen auf das Systemlaufwerk verlegen-datentraegervwerwaltung-systemreservierte-partition.jpg

    Was nun tun, um dies zu ändern und die Startpartition wieder auf das zukünftig alleinige Startlaufwerk zu bringen?

    Dazu muss man erst einmal verstehen, warum Windows so vorgeht und was dabei eine Rolle spielt!

    Windows sucht bei seiner Installation das erste Laufwerk, das als "aktiv" (bootfähig) gekennzeichnet ist und installiert dort seine Bootdateien. Hatte man schon ein Windows installiert und ist diese Festplatte im Rechner verblieben, dann ist ein solches Laufwerk auch vorhanden und wird von Windows bei einer nicht benutzerdefinierten Installation automatisch als Startlaufwerk eingerichtet. Schon vorhandene Installationen werden dabei in den Bootmanager übernommen und als zusätzliche Einträge eingerichtet, die beim Start von Windows normalerweise auch als Auswahl angeboten werden.

    Bei einer Neuinstallation, die das schon vorhandene Windows ersetzen soll, ist dies natürlich unnötig. Deshalb sollte man in so einem Fall immer benutzerdefiniert installieren und bei der Partitionsauswahl selbst auswählen welcher Datenträger als Startlaufwerk dienen soll.

    Nur, wie ändert man das hinterher, wenn es schon passiert ist?

    Das geht natürlich auch, sogar recht einfach - wenn man weiss wo anzusetzen ist. In diesem Fall öffnet man in Windows eine Eingabeaufforderung mit Adminrechten (bei Windows 8/8.1 und 10 WIN+X drücken und "Eingabeaufforderung (Administrator)" wählen, bei Windows 7 ins Suchfeld des Startmenüs: Eingabeaufforderung eingeben, auf das Ergebnis dann einen Rechtsklick und "Als Administrator ausführen") dort startet man dann diskpart. Hier lässt man sich mit dem Befehl: list disk zunächst alle Festplatten auflisten. Anhand der gezeigten Laufwerke, ihrer Grössen und der Datenträgernummer kann man meist auch sofort sehen welches Laufwerk das mit der alten Windowsversion ist.

    Den Bootmanager bei MBR Installationen auf das Systemlaufwerk verlegen-diskpart-list-disk.jpg

    Dieses selektiert man mit dem Befehl: select disk n (n steht für die Datenträgernummer des gewählten Laufwerks), Diskpart nimmt dieses Laufwerk in den Fokus und meldet dies auch zurück. Nun prüft man mit dem Befehl: detail disk welche der darauf vorhandenen Partitionen das Aktiv Flag (die Startinformation) beinhaltet und wechselt mit dem Befehl: select partition n zu dieser Partition. Bei Partitionen wird auf dem Laufwerk gezählt, begonnen wird immer bei 1. Hat man diese Partition im Fokus, dann reicht der Befehl: inactive um die Startinformation zu entfernen. Das Active Flag erkennt man bei den Partitionen daran, dass der Befehl: detail disk im Feld "Startdatenträger" den Wert "Ja" ausweist. Die zum Start von Windows genutzte Partition weist im Feld "Info" zudem den Wert "System" aus.

    Den Bootmanager bei MBR Installationen auf das Systemlaufwerk verlegen-diskpart-select-detail-disk-0.jpg

    Die Partition mit dem aktuell laufenden Windows hat im Feld "Info" den Wert "Startpartition", was sie eindeutig als Partition mit dem derzeit aktiven Windows ausweist.

    Den Bootmanager bei MBR Installationen auf das Systemlaufwerk verlegen-diskpart-select-detail-disk-2.jpg

    Die zukünftige Bootmanagerpartition legt man nun fest, indem man sie selektiert und auf sie den Befehl: active anwendet. Man selektiert also Datenträger 0 (angenommen, dass dies tatsächlich das Windowslaufwerk ist) - dann Partition 1, die als Bootmanagerpartition dienen soll, und macht sie mit dem Befehl: active zu einem startfähigen Datenträger.

    Bisher war das alles ja noch recht übersichtlich.

    Inzwischen hat man Windows seiner Startfähigkeiten beraubt, weil man ihm die Bootmanagerpartition genommen hat. Dies muss man jetzt wieder korrigieren und den Bootmanager auf die neu gewählte Bootmanagerpartition bringen. Dabei spielt es erst mal keine Rolle, ob Windows selbst auf diesem Laufwerk liegt, denn das kann nämlich dazu problemlos benutzt werden - ohne das System zu beeinträchtigen. Nur ist in diesem Moment natürlich Bitlocker nicht mehr einsetzbar um das Systemlaufwerk zu verschlüsseln.

    Will man es aber wirklich genau haben und auch Bitlocker auf dem Systemlaufwerk einsetzen können - dann sollte man vor allen gezeigten Aktionen direkt vor Laufwerk C: eine passende Partition einfügen, die mindestens 350 MB gross ist und die man bei dieser Aktion dann auch zur einzigen startfähigen Partiton aller intern angeschlossenen Laufwerke deklariert. Vorteilhaft ist, wenn man vorher alle externen Laufwerke trennt und somit die Liste der angezeigten Laufwerke auf die internen Geräte reduziert.

    Um die System-reservierte Partition selbst anzulegen ist ein Partitonierer nötig. Hier: Partitionen zusammenfügen und verschieben mit EaseUS PM habe ich den Gebrauch eines solchen Partitionierers beschrieben. Mit dieser Beschreibung sollte das Verschieben der Windowspartition und das Anlegen einer Bootmanagerpartition ohne grössere Probleme gelingen können.

    Ist man nun so weit gekommen (bitte inzwischen keinesfalls neu starten - das geht nämlich jetzt garantiert schief), dann kann man daran gehen den Bootmanager auf die aktive Partition installieren zu lassen. Dazu benötigt man aber einen Windows Startdatenträger. Dieser kann entweder ein Wiederherstellungslaufwerk sein (erstellbar über die Systemsteuerung unter "Wiederherstellung" - "Wiederherstellungslaufwerk"), es kann eine orignale Windows DVD sein - oder es kann ein selbst erstellter Installationsstick aus einem ISO-File sein, das man sich herunterladen kann. Es muss aber unbedingt ein Datenträger sein, der auch zur installierten Windows Version passt!

    Aber Achtung: Bei der Erstellung des Wiederherstellungslaufwerks gibt es eine Stolperfalle! Windows löscht dabei alle Dateien die auf diesem Stick gespeichert sind, denn der Stick wird bootfähig gemacht und neu aufgeteilt. Also dafür einen leeren Stick, oder einen mit unwichtigen Dateien verwenden.

    Den Bootmanager bei MBR Installationen auf das Systemlaufwerk verlegen-wiederherstellungslaufwerk-warnhinweis.jpg

    Man startet den Rechner von diesem Installationsmedium und drückt direkt nach dem Start, wenn die Spracheinstellungen kommen, die Tastenkombination SHIFT+F10 um eine Eingabeaufforderung zu öffnen. In dieser Eingabeaufforderung führt man nun die Befehle:

    bootrec /fixmbr
    bootrec /fixboot
    bootrec /rebuildbcd


    aus, um mit Hilfe der Wiederherstellungsumgebung von Windows den Bootmanager auf das vorgesehene und alleine aktive Bootlaufwerk zu bringen. Windows wird die vorhandene Installation normalerweise von alleine erkennen und automatisch in den neuen Bootmanager integrieren. Sollte Windows wider Erwarten die vorhandene Installation nicht erkennen, dann kann man die Zeile: bootrec /scanos ausführen, bevor man die Zeile: bootrec /rebuildbcd ausführt.

    Der nächste Start von Windows sollte jetzt wieder problemlos vonstatten gehen können. Ist alles so weit gediehen und Windows startet wieder ohne Probleme, dann kann man anschliessend die alte Bootmanagerpartition und wohl auch die alte Windows Installation durch Löschen der Partitionen entsorgen.

  2. Hi,

    schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man viele Hilfestellungen.
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