Die versteckten Kosten von Updates

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Hallo,

vielleicht zuerst ein Wort zu mir, um diesen Post in die passende Perspektive zu rücken, denn dies soll kein Heul-Post werden:
Ich war bereits seit der Beta begeisterter .net Entwickler, habe einige Unternehme dazu bewegt, von VB, Java und C++ auf .net umzusteigen oder gar bestehende, teils große Projekte zu portieren, habe Lobby-Arbeit für die Einführung von Sharepoints und Umstellungen von Notes/Domino auf Outlook/Exchange geleistet bzw. diese begleitet, Lösungen mit Windows Mobile / PocketPC umgesetzt, als das Thema Mobile noch in den Kinderschuhens steckte.
Microsoft hatte zwischendurch leider den Anschluss verloren, so dass ich mich Richtung Apple orientiert hatte.
Der Wandel von MS von zu einer Services-Firma und die damit verbundenen Cross-Plattform-Ansätze von Office, .net Core, VS Code, selbst das weniger populäre Windows 8 und anfangs Windows 10 konnten mich wieder für Microsoft begeistern, bevor ich den endgültigen Absprung gemacht hatte.

Insgesamt bin ich also wieder ein zufriedener Microsoft-Kunde... eigentlich.

Leider wird diese Begeisterung immer weiter gedämpft, fast ausschließlich durch das Thema Update-Politik und Qualität. Ich hoffe, mit diesem Post einige Leute für das Thema zu sensibilisieren, um den Druck auf Microsoft zu erhöhen, damit sich an der Politik etwas ändert, denn aktuell verursachen Updates nicht unerhebliche Kosten, die sich fast alle auch monetär ausdrücken lassen.

Die Frequenz, die Qualität, die Vorwarnzeit, die Größe von Updates sind nicht in Ordnung.

Beispiele Windows 10:
- Zwangs-Reboots mit mangelnder Vorlaufzeit bzw. unzureichender Warnung. Man kann als Anwender auch mal unterwegs sein, Mittagspause, Kundentermin, Krankheit… Hierbei wird dann ungefragt Arbeit vernichtet.
- Updates dauern lange, manchmal Stunden und blockieren damit die Arbeitsfähigkeit.

Beispiel Office for macOS:
Gefühlt alle ein bis zwei Wochen gibt es ein Update für alle Teil-Produkte, welches in Summe praktisch immer über 1 GB deutlich überschreitet.
Das ist besonders dann ungünstig, wenn man auf einem Notebook arbeitet, das fast ausschließlich unterwegs zum Einsatz kommt.
Es muss doch möglich sein, weniger häufig Updates auszuliefern, oder diese kleiner zu halten. Es kann wohl kaum notwendig sein, dass von ca. 8,5 GB Installation so oft mehr als ein Achtel tatsächlich angepasst/ausgetauscht werden muss. So schlecht kann die Qualität des Gesamtproduktes doch nicht sein.

Hier jetzt ein paar Beispiele für versteckte Kosten von Updates. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:
- Datenvolumen, besonders mobil ist dieses begrenzt, aber auch private kabelgebundene Leitungen könnten zukünftig gedrosselt werden und Geschäfts-Anschlüsse werden meist nach Datenvolumen abgerechnet. Gedrosselter Datenverkehr verursacht wiederum zeitlich oder direkt monetär Kosten.
- Die Lebensdauer von SSDs wird durch unnötige Schreibzyklen reduziert. Besonders teuer wird dies in Fällen, in denen die SSDs nicht ausgetauscht werden können und sich damit die Lebensdauer des gesamten Gerätes reduziert.
- Die Updates selbst und deren Problembehandlung, wenn etwas schiefläuft, kosten direkt Zeit oder halten von der geplanten Arbeit ab.

Im Geschäftsumfeld kann man hier schon mal die Rechnung aufstellen, ob unter dem Strich ein deutlich teurerer Mac nicht effektiv billiger ist. Spart man hier z.B. im Schnitt pro Tag 15 Minuten, ist dies pro Woche über eine Stunde, alle 2 Monate locker ein ganzer Manntag.
Aber auch privat kann man solche Rechnungen aufstellen. Zeit, die man durch das Ausgeben von Geld einsparen könnte, kann man mit seinem Netto-Stundenlohn gegenrechnen. So kommt gibt es etliche Situationen, in denen es günstiger ist, vergütete Überstunden zu leisten, als dieselbe Zeit privat zu investieren.

Ich für meinen Teil werde Office-Updates jetzt ausschalten, bis sich grundlegend etwas ändert. Sollte ich technisch zu den Updates gezwungen werden, wie es bei Windows 10 der Fall ist, werde ich mich, zwar schweren Herzens, aber doch von Office trennen.

Dies würde bei mir eine Kettenreaktion auslösen:
Kein Office auf dem Mac
=> Keine Bereitschaft, für Office 365 zu bezahlen
=> Kein 1 TB OneDrive-Speicher
=> Unzureichend Platz für OneNote
=> Einsatz von Alternativen (hohe Wahrscheinlichkeit für macOS oder webbasierte Lösung)
=> Weniger Interesse an Windows
=> Verbleiben nur noch Entwicklungstools

Ich denke, ich werde nicht der Einzige sein, bei dem die Update-Schmerzgrenze langsam erreicht ist und Konsequenzen nach sich zieht, daher hoffe ich, dass sich hier etwas tun wird, in Wochen oder Monaten, nicht erst in 2 Jahren.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian
 
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