Windows 10 offiziell angekündigt: Neues Betriebssystem wird überarbeitetes Startmenü bekommen

01.10.2014 08:19 Uhr | Salazar

Auf den 30. September hatte Microsoft sein Presse-Event gelegt. Und es fand gestern auch statt. Man rechnete mit der Vorstellung von Windows 9, doch dann lies Microsoft die Bombe platzen. Der neue Name lautet Windows 10 und wird eine Plattform für Computer, Tablets und Smartphones bilden. Die Neuerungen, die im Vorfeld gemunkelt wurden, haben sich allerdings bestätigt.

Wie erwartet fand gestern Abend das Presse-Event von Microsoft statt. Schon zuvor kündigte Microsoft an, dass man Neues zu Windows kund tun wolle und genau das hat der Software-Riese auch getan. Jedoch gab es bereits zu Beginn eine faustdicke Überraschung. Denn statt Windows 9 präsentierte man das neue Windows 10. Damit ist nun endgültig klar, wie der Nachfolger von Windows 8.1 heißen wird. Die bereits Wochen zuvor durchgesickerten Neuerungen haben sich dabei im Wesentlichen bestätigt. Besonders zum Start von Windows 8 wurde noch das fehlende Startmenü und der Startscreen an sich kritisiert, doch genau hier hat Microsoft zugehört. Das Resultat ist nun der Desktop und das Startmenü, welches wieder zurückkehrt, zumindest für Nutzer von Tastatur und Maus. Man wird allerdings nicht gänzlich auf Modern UI verzichten, denn an das Startmenü lassen sich Tiles und Apps anpinnen. Ebenso können die Tiles in der Größe geändert werden. Das sind allerdings die nicht einzigen Neuerungen, die Microsoft mit dem neuen Betriebssystem Windows 10 zu bieten hat.

Ebenso präsentierte Microsoft nun auch Task View. Dabei befindet sich an der Taskleiste ein entsprechender Task View-Button, der einen schnellen Überblick bieten soll, welche Anwendungen gerade ausgeführt werden. So funktioniert es für PC-Nutzer. Nutzer eines Touch-Geräts sollen dabei bequem von links her wischen und dabei ebenfalls Task View aufrufen können. Dabei wird dann aber alles etwas größer dargestellt, zudem sollen auch die Buttons touch-freundlich gestaltet werden. Neu ist auch Virtual Desktop. Mit dieser neuen Funktion lassen sich quasi beliebig viele virtuelle Desktops erstellen, in denen man bequem arbeiten kann. Die Grenzen setzt dabei lediglich die Bildschirmauflösung, rein von der Anzahl her gibt es keine Beschränkung. Zwischen den einzelnen Desktops kann dabei per Tastenkürzel gewechselt werden. Und sollten die virtuellen Desktops überhand nehmen, so kann man sie auch allesamt schließen. Die dort ausgeführten Apps und Programme werden hingegen nicht geschlossen. Überarbeitet hat Microsoft zudem auch das Benachrichtigungszentrum. Dies war zwar bereits im Vorgänger enthalten, wenn man zurückliegende Benachrichtigungen allerdings nochmals aufrufen wollte, ging dieses nicht. Dies ist nun anders, denn alle Benachrichtigungen können auch später nochmal verfolgt werden, etwa Status-Meldungen, eingegangene Mails oder App-Benachrichtigungen. Apropos Apps, diese lassen sich auch im Fenster-Modus ausführen. Besonders Schließen und Minimieren wird dann recht einfach möglich sein.

Auch die Plattform-Ausrichtung ist nun neu. Der Software-Konzern Microsoft hatte bislang verschiedene Versionen für die verschiedenen Geräte. Ein Tablet mit ARM-Chipsatz nutzte etwa Windows RT, normale Tablets Windows 8 und Smartphones liefen auf Windows Phone 8. Das wird künftig nicht mehr der Fall sein. Alle Plattformen werden über ein Betriebssystem verfügen; Windows 10. Von der Bezeichnung Windows Phone wird man sich also bei künftigen Geräten verabschieden können. Zudem wird auch der App Store der zentrale Mittelpunkt für alle Geräte werden, ein Store für alle Plattformen. Unklar ist aber noch, ob und inwieweit Smartphones app-technisch davon profitieren können. Die Touch-Nutzer hat man aber dennoch nicht vergessen. Nach wie vor vorhanden sein wird die Charms Bar. Und wie es scheint hat sich hier design-technisch nichts getan, es wird also ein vertrautes Element aus Windows 8 sein. Zudem bietet Windows 10 auch ein Feature an, welches sich Continuum nennt. Hier erkennt das System automatisch, ob Maus und Tastatur angeschlossen sind. Ist dies nicht der Fall, so wird der Startscreen geboten. In allen anderen Fällen selbstverständlich der Desktop samt Startmenü. Auf diese Art dürfte es wohl auch bei Smartphones und Tablets funktionieren. Der Startschuss von Windows 10 soll aber frühestens „im Laufe von 2015“ geschehen. Es ist damit zu rechnen, dass vor Mitte 2015 kein neues Betriebssystem auf den Markt kommt. Hier wird die Preview-Version schneller sein, noch am heutigen Tag will Microsoft die Vorab-Version zum Testen anbieten.

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