Verfassungsfeindliche Symbole in Videospielen können nun durch die USK erlaubt werden

15.08.2018 14:42 Uhr | maniacu22

Computerspiele mit verfassungsfeindlicher Symbolik waren bislang strengstens untersagt, ja sogar verboten, so dass die Spielepublisher entweder viel Geld in die Hand genommen haben, um diese Spiele für den deutschen Markt umzuschreiben oder eben den deutschen Markt außen vor gelassen haben. Obwohl das Verbot einer Darstellung von verfassungsfeindlichen Symbolen auch grundsätzlich so bleibt, kann beziehungsweise darf die USK nun mittels der Sozialadäquanzklausel zumindest Ausnahmen für diese Regelung schaffen. Diese Klausel und die damit einhergehende Überprüfung von Computerspielen würde aber verschiedensten Genre-Vertretern wie zum Beispiel die internationale Wolfenstein-Version dennoch erlauben, trotz verfassungsfeindlicher Symbolik wie dem Hakenkreuz, in unveränderter Form nun auch in Deutschland auf den Markt zu gelangen

Während die Sozialadäquanzklausel bereits bei Filmen dafür sorgt, dass auch in Deutschland Streifen mit Hakenkreuzen und anderen als verfassungsfeindlich eingestuften Symbolen als „Kunst“ und somit als erlaubt angesehen werden dürfen, kam diese Thematik in den letzten 20 Jahren der Videospielgeschichte gar nicht erst zur Sprache. Die Spielehersteller mussten für den Deutschen Markt eine gesonderte Version herausbringen, wie man dies von der Wolfenstein-Serie her kennt, in welcher die deutsche Version keine Hakenkreuze gezeigt, ja sogar nicht einmal in der Sprachausführung etwas von einem nationalsozialistischem Regime erwähnt wurde. Das Spiel musste mit viel Aufwand so umgeschrieben werden, dass man als Spieler nur noch gegen „das Regime“ und einen gewissen „Herrn Heiler“ operiert hat. Der damit verbundene Aufwand war entsprechend hoch, so dass auch viele Spielepublisher ihre Produkte gar nicht erst auf den deutschen Markt gebracht haben.

Die könnte sich nun in der nächsten Zeit ändern, da die besagte Sozialadäquanzklausel nun auch für Videospiele gelten soll, welche dafür sorgt, dass eben Spiele mit einem satirischen (Wolfenstein) oder auch einen aufklärenden Rahmen (Hearts of Iron) demnächst in ihrer ursprünglichen Programmierung auf den deutschen Markt kommen können. Verantwortlich dafür sind und bleiben weiterhin die Gremien der USK, welche die Überprüfung der Produkte mit großer Sorgfalt, Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein wahrnehmen werden.

Etwas detaillierter ist das nachfolgende Video von Gamestar.de, in welchem die Hintergründe sowie mögliche Auswirkungen angesprochen werden:

Meinung des Autors

Auch wenn es hier und da immer Jemanden geben wird, der diese Thematik verherrlichen könnte, wurde es meiner Meinung nach auch Zeit, dass Computerspiele genau wie Filme als "Kunst" angesehen werden, wodurch die besagte Sozialadäquanzklausel bei beiden Produkten gelten sollte. Wie seht ihr das Ganze?
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