Mozilla Firefox 55 bringt deutlich verbesserte Performance bei weitaus weiniger Speicherbedarf

25.07.2017 14:45 Uhr | maniacu22

Mozilla hat seinem kommenden Firefox in der Version 55 eine deutliche Überarbeitung spendiert, welche anders als bei den bisherigen Firefox-Versionen nicht nur performanter ist und schneller startet, sondern sich zusätzlich auch nur mit einem Viertel des bisher verwendeten Speicherbedarfs zufrieden geben soll. Um die doch sehr enormen Unterschiede aufzeigen zu können, hat sich ein Firefox-Entwickler die Mühe gemacht, in einem identischen Szenario etliche der bisher veröffentlichten Firefox-Versionen gegenüber zu stellen

Wenn Entwickler von noch nie dagewesenen Neuerungen und Verbesserungen sprechen, fallen diese dann meist kleiner aus, als die Ankündigung einen glauben lassen hat. Anders dürfte das aber beim kommenden Firefox 55 sein, der Anfang August zur Verfügung stehen soll. Dank der Implementierung des bereits seit letztem Jahr in Entwicklung befindlichen Project Quantum sowie der neuen Browser-Engine Servo konnte nicht nur die Performance der neuen Firefox-Version signifikant erhöht werden, sondern auch der Speicherverbrauch deutlich gesenkt werden.

Wie viel besser die kommende Firefox-Version 55 sein wird, zeigt der Firefox-Entwickler Dietrich Ayala in seinem Blog. In dem Testparcours wurde immer ein und das Selbe Szenario gewählt, welches aus dem Starten eines Profils mit 1691 geöffneten Tabs darstellt. Für jede im Test verwendete Firefox-Version wurde anschließend die Startzeit sowie der RAM-Verbrauch gemessen, wobei die Unterschiede signifikant ausfallen. Allerdings fand die Messung ohne Internet-Anbindung statt, da es nicht um das Webside-Rendering geht, sondern um die reine Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Browser-Versionen.

Während die ältere Firefox-Version 20 das entsprechende Profil in weniger als zwei Minuten laden konnte, hat die Firefox-Version 40 schon mehr als 4 Minuten dafür benötigt. Der schlechteste Wert wurde bei der Firefox-Version 51 gemessen, da diese fast acht Minuten zum Laden der 1691 Tabs benötigt hat. Die Vorabversionen des Firefox 55 und 56 konnten die fast 1.700 Tabs innerhalb von 15 Sekunden laden, was nicht zuletzt auf Project Quantum zurückzuführen ist.

Auch beim Speicherverbrauch gibt es deutliche Verbesserungen. Während der Firefox 20 für die 1691 geöffneten Tabs mit einem knappen Gigabyte RAM ausgekommen ist, stieg der Speicherverbrauch mit der Firefox-Version 52 auf über 2 Gigabyte Ram. Mit der neuen Version 55 konnte dieser extreme Verbrauch auf unter 500 Megabyte gesenkt werden , wodurch Ayala wieder 1,5 Gigabyte Speicher zum Laden von Webseiten freigeschaufelt hat, die er vorher nicht übrig hatte.

Ob der Performance-Schub Mozilla wieder Kunden zurückbringen kann, die mittlerweile zur Konkurrenz in Form von Googles Chrome-Browser abgewandert sind, wird sich allerdings noch zeigen müssen. Kunden, die einmal weg sind, bleiben in den meisten Fällen auch weg.

Meinung des Autors

Persönlich bin ich seit etlichen Jahren ein Fan des Firefox, da mir die Optik und die allgemeine Oberfläche deutlich besser als bei Chrome gefällt. Zudem habe ich auch trotz der Stagnation während der letzten FF-Versionen immer dem Fuchs die Treue gehalten, was sich nun vielleicht doch wieder auszahlen dürfte. Was bringt mir der schnellste Browser (Chrome), wenn mir dieser hinsichtlich Optik, Handling oder auch Sicherheit absolut nicht zusagt. Dann bin ich lieber 5 Millisekunden langsamer, die eh kein Mensch merkt, habe aber meinen geliebten Fuchs an meiner Seite.
Oben