Facebook Datenklau: prüfen ob eigene Daten betroffen sind - so wird es gemacht

10.04.2018 14:54 Uhr | geronimo

Laut aktuellem Stand soll Facebook direkt oder indirekt die Daten von 87 Millionen Nutzern weitergegeben haben, ohne dass diese etwas davon wussten. Ob man zu den betroffenen Anwendern gehört, lässt sich jetzt mit ziemlich wenig Aufwand und in kürzester Zeit herausfinden. Davon hat man allerdings relativ wenig

Ursprünglich war von „nur“ 50 Millionen Anwendern die Rede. Inzwischen ist man jedoch bei 87 Millionen angekommen, deren Daten durch ein Analysetool abgegriffen wurden. Dabei war die Umfrage-Software „This is your digital life“ von Cambridge Analytics der Auslöser, denn bei deren Nutzung wurden nicht nur die eigenen Angaben weitergereicht, sondern auch die von Freunden und anderen Kontakten. Durch diese Verknüpfung mit anderen Datensätzen soll das britische Unternehmen bei gerade einmal 65 Teilnehmern aus Deutschland über 300.000 Datensätze bekommen haben – was fast unvorstellbaren 4.750 Datensätzen pro Teilnehmer bedeuten würde.

Die indirekte Verbreitung ist das größte Ärgernis, denn dadurch kann quasi jeder betroffen sein, auch wenn im Prinzip nichts falsch gemacht hat (außer vielleicht, sich überhaupt bei Facebook angemeldet zu haben). Unter den ermittelten Daten finden sich so explizite Daten wie Geburtsdatum oder der aktuelle Wohnort. Deshalb kann und sollte jetzt überprüft, ob eigene Daten weitergereicht wurden. Das geht mit folgenden Schritten:

  1. Auf diesen offiziellen Link klicken
  2. (Sofern erforderlich mit den eigenen Zugangsdaten bei Facebook einloggen)
  3. Auf das Ergebnis warten

Die Antwort sieht im Idealfall wie folgt aus:

Wer jedoch zu den indirekt Geschädigten gehört, wird diese Antwort bekommen:

Das Problem ist: sofern man zu den Betroffenen gehört, weiß man das jetzt zwar, doch man kann im Prinzip nichts dagegen machen – denn immerhin sind die Daten ja schon vor langer Zeit beim Empfänger angekommen und dort wohl auch verwendet worden. Daher kann man am Ende wohl nur daraus lernen, und den eigenen Datenschutz bei Facebook im Rahmen der (bescheidenen) Möglichkeiten optimieren – oder sich gleich ganz von diesem Unternehmen verabschieden.

Meinung des Autors

Über 300.000 Nutzer in Deutschland, über 87 Millionen weltweit - das sind schon atemberaubende Zahlen, die beim aktuellen Datenskandal von Facebook ans Licht gekommen sind. Jetzt kann immerhin geprüft werden, ob man selber betroffen ist. Doch der Erkenntnisgewinn fällt am Ende recht bescheiden aus. Wie lautet das Ergebnis bei euch?
Oben