• Windows 10 auf ARM-Prozessoren: nach Premiere noch viele Unklarheiten

    In moderne Smartphones kommen Prozessoren zum Einsatz, die bislang nicht kompatibel zu Windows gewesen sind. Gestern wurde eine Lösung für das Problem präsentiert, wodurch eine gänzlich neue Generation von Notebooks und Tablets auf den Markt kommen soll. Doch schon jetzt scheint klar zu sein, dass die Käufer mit so mancher Einschränkung leben müssen



    Windows 10 auf "Smartphone"-Prozessoren - Vermutungen und Spekulationen dazu gibt es schon seit längerem, doch erst gestern wurden erste Geräte dazu präsentiert. Nach der Vorstellung machte sich relativ schnell Ernüchterung breit. Das fängt bereits mit dem Termin an, denn vor Frühjahr 2018 werden weder das angekündigte Asus NovaGo, noch das ebenfalls vorgestellte HP Envy x2 ausgeliefert werden. Und wenn sie dann endlich erhältlich sind, wird der eingebaute Prozessor nicht die beste Lösung sein. Es wird nämlich der seit längerem bekannte Snapdragon 835 von Qualcomm verbaut, der auch in aktuellen Top-Smartphones wie Samsung Galaxy S8 zum Einsatz kommt. Dabei hatten nicht wenige mit dessen Nachfolger Snapdragon 845 gerechnet.


    Und bei der Software sind noch zahlreiche Fragen offen. Laut de bisherigen Aussagen würden die Nutzer quasi keine Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, dafür jedoch von etlichen Vorteilen profitieren. Zu letzteren gehören unter anderem "always on", also der Wegfall von Hoch- und Runterfahren, wie man es vom Smartphone her kennt. Zudem ist der schnelle Datenfunk LTE mit an Bord, was die Geräte auch unterwegs recht einfach nutzbar machen soll. Vorteile soll es auch bei der Akkulaufzeit geben, denn in den gestrigen Ankündigungen werden eine Nutzungsdauer von bis zu 22 Stunden sowie "Akkulaufzeiten von bis zu einer Woche" in Aussicht gestellt. Schon jetzt ist aber klar, dass Abstriche bei der Performance gemacht werden müssen, denn die Leistungsfähigkeit eines "echten" Laptops wird die gestern vorgestellte Hardware nicht erreichen.


    Dem gegenüber stehen die erwähnten Einschränkungen, die - ihr ahnt es vielleicht - die Kompatibilität von Anwendungen und Programmen betreffen. Bei der gestrigen Vorstellung deutete sich das bereits zwischen den Zeilen an, als von "familiar Windows 10 Experience" sowie einer "optimierten Version von Office 365" gesprochen wurde. Ein klarer Hinweis darauf, dass die Software entgegen anders lautender Vermutungen doch aufwendig angepasst werden muss. Vor allem Anfangs wird sich das spürbar bemerkbar machen, wie die bekannte Journalistin Mary Jo Foley durch Microsoft erfahren hat. Laut den Aussagen sollen Anfangs etwa 100 bekannte Windows-Anwendungen für das neue System optimiert worden sein, was dann "im Lauf der Zeit" nachgebessert wird. Es wird sich erst noch zeigen müssen, ob die Auswahl die Ansprüche der meisten potenziellen Kunden gerecht werden wird. Ansonsten droht ein mediales und auch tatsächliches Desaster, wie es vor einigen Jahren beim krachend gescheiterten Windows RT der Fall gewesen ist.


    Mit verantwortlich für die Unsicherheit ist, dass es Microsoft mit den neuen Geräten offenbar jedem Recht machen will. Geliefert werden diese nämlich mit Windows 10 S, bei dem Apps und Programme ausschließlich aus dem Microsoft Store heruntergeladen werden können. Würde man sich darauf beschränken, wüssten die Nutzer ziemlich klar, was möglich ist und was nicht. Doch Upgrade auf Windows 10 Pro ist möglich, wodurch dann zumindest theoretisch alle x86-Anwendungen installiert werden können. Doch ob diese überhaupt nutzbar sind, und falls ja wie gut sie funktionieren, muss bei jedem einzelnen Programm abgewartet werden. Unsicherheit, Verwirrung und Kritik ist hier vorprogrammiert.

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    Windows 10 auf ARM-Prozessoren: nach Premiere noch viele Unklarheiten

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    Meinung des Autors
    Vergleichsweise preiswerte Hardware mit guter Konnektivität, langem Durchhaltevermögen und echtem Windows 10. Das war das, worauf die Nutzer bei Windows 10 auf ARM-Prozessoren gehofft haben. Doch bereits jetzt scheint klar zu sein, dass das so nicht ganz funktionieren wird. Vielleicht hatte Microsoft noch etwas weiter entwickeln müssen, doch Geduld ist heutzutage ein eher rares Gut.Jetzt kommentieren!
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    1. Avatar von syntoh
      syntoh -
      Wie war das noch gleich mit Windows RT?
      Hat sich nicht lange gehalten hahaha

      syntoh
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