Windows 10 muss bei den meisten als Update auf den Rechner, damit sie die Lizenz erhalten und hinterher dann eine Clean Installation durchführen können. Bei einem solchen Update kann immer gewaltig was schief gehen, erst recht wenn man das alte System schon länger betreibt und es schon viele Softwareinstallationen und Treiberupdates gegeben hat. Auch können Virenscanner und andere systemnahe Programme das Update stören oder unmöglich machen. Genauso können zu volle Systemlaufwerke oder schon vorhandene Systemfehler für Updateprobleme sorgen.

Von daher sollte man sehr überlegt an dieses Update herangehen und selbst die wichtigsten Schritte unternehmen - damit das Update erfolgreich über die Bühne gehen kann.

Deshalb sollte man:

1. Der wichtigste Punkt überhaupt: Unbedingt eine Datensicherung vornehmen!
Was schief gehen kann, das geht auch schief! Also legt eine Sicherung an, mit der ihr zumindest eure Daten retten könnt. Kopiert eure eigenen Dateien auf einen externen Datenträger, der vom Update nicht berührt wird. Sichert euer System mit einer geeigneten Backupsoftware, damit ihr es im Notfall 1:1 wiederherstellen könnt.

Jammert nicht, wenn ihr auf Windows 10 umgestellt habt, ihr merkt dass da was nicht geklappt hat und es kein funktionierendes Backup gibt. Daran seid allein ihr Schuld, denn vor so einem Schritt sichert man seine Daten und Systeme grundsätzlich immer. Nichts ist wichtiger als eine funktionierende Datensicherung. Überlasst das bitte nicht dem Zufall, eure Daten sind in der Regel nicht zu ersetzen!

2. Den Virenscanner deinstallieren!
Den Virenscanner bitte mit seinem Removal Tool, von denen die meisten hier: Virenscanner vollständig deinstallieren verlinkt sind, entfernen. Denn nur diese Tools stellen sicher, dass im System keine störenden Dateien und Registrywerte verbleiben. Das deaktivieren des Virenscanners reicht nicht aus!

3. Alle Tuningtools, Systemoptimierer, Driver Scanner und sonstige Programme, die in Systemfunktionen eingreifen, deinstallieren!
Nur so ist sicher gestellt, dass keine Störenfriede übrig bleiben. Gerade so einige TuningTools installieren auch Systemdienste, die Windows Systemfunktionen aushebeln können und so das Update zum scheitern verurteilen.

4. Alle nicht mehr benötigten Programme deinstallieren!
Denn, weniger ist mehr und was nicht mitgeschleppt wird, kann auch keinen Schaden anrichten. Bei Windows 7 und 8.1 findet man die Möglichkeit zur Deinstallation von Programmen in der alten Systemsteuerung unter "Programme". Bei Windows 8.1 erreicht man diese Möglichkeit am schnellsten mit einem Rechtsklick auf den Startbutton und der Auswahl ganz oben "Programme und Features". Bei Windows 7 kann man auch das Suchfeld des Startmenüs bemühen, die Eingabe "Prog" bringt dort schon den Punkt "Programme und Funktionen" zum Vorschein.

5. Den Autostart ausmisten!
Damit möglichst wenige Altlasten übernommen werden, die unter Umständen zu Systemfehlern führen können. Das kann man unter Windows 7 erreichen, indem man Msconfig startet und auf dem Tab "Systemstart" die überflüssigen Einträge einfach deaktiviert. Unter Windows 8.1 den Taskmanager aufrufen und das dort auf dem Tab "Autostart" erledigen.

6. Die Treiber des jetzigen Systems aktualisieren!
Aber nicht mit Driver Boostern oder ähnlichen Tools, sondern die Treiber beim Hersteller des Rechners oder der einzelnen Geräte downloaden und installieren. Nur so ist sichergestellt, dass das System wirklich das hat, was es an Treibern benötigt.

7. Die Grafiktreiber entfernen!
Ja ihr lest richtig! Auf Rechnern mit Hybridgrafiklösungen kann es von Vorteil sein, die Grafiktreiber vor dem Update zu entfernen. Also prüft eure Rechner und deinstalliert diese gegebenenfalls. Es kann ausserdem von Vorteil sein, wenn man die integrierte Grafikeinheit des Prozessors für die Dauer des Updates und der Einrichtung von Windows 10 deaktiviert.

8. Eine Systemdateiprüfung durchführen!
Damit schon vorhandene Fehler im System und seinen Dateien behoben werden. Bei Windows 7 öffnet man dazu eine Eingabeaufforderung mit Adminrechten und führt dort den Befehl: Sfc /Scannow aus. Die Eingabeaufforderung findet man über das Suchfeld des Startmenüs, auf das Ergebnis dann einen Rechtsklick ausführen und den Menüpunkt "Als Administrator ausführen" wählen. Bei Windows 8.1 kann man die hier: Reparatur des Windows Store! eingefügte Batchdatei benutzen, um eine effektive Überprüfung und Reparatur des Systems vorzunehmen. Es kann durchaus von Vorteil sein, wenn man diese Befehlszeile mehrfach ausführt - denn bei vielen Reparaturen muss erst die eine Datei repariert sein, bevor die nächste an die Reihe kommen kann.

9. Eine erweiterte Datenträgerbereinigung durchführen!
Das Update benötigt auf dem Systemlaufwerk Platz, je mehr desto besser. Also muss man diesen freigeben damit sichergestellt ist, dass das Update keinen Platzmangel erleidet. Wie man eine solche erweiterte Datenträgerbereinigung durchführt, das hab ich hier: Erweiterte Datenträgerbereinigung unter Windows 10 für alle Systeme beschrieben. Wenn das nicht ausreicht um einigermassen viel Platz frei zu machen - dann könnt ihr für die Zeit des Updates auch die Auslagerungsdatei verkleinern und den Ruhezustand deaktivieren. Das bringt in der Regel sehr viel Platzgewinn, nämlich ungefähr in der zweifachen Grösse des installierten Arbeitsspeichers.

Den Ruhezustand deaktiviert man, indem man in einer Eingabeaufforderung mit Adminrechten den Befehl: powercfg -h off ausführt. Die Auslagerungsdatei passt man an, indem man einen rechten Mausklick auf "Computer" ausführt, dort "Eigenschaften" wählt, dann auf "Erweiterte Systemeinstellungen" klickt und den Punkt "Visuelle Effekte, Prozessorzeitplanung, Speichernutzung und virtueller Speicher" wählt. Hier klickt man auf den Tab "Erweitert" und unten bei "Virtueller Arbeitsspeicher" auf den Button "Ändern". Im aufgehenden Dialog kann man nun die Grösse der Auslagerungsdatei festlegen. Am besten legt man hier nun fest: "Benutzerdefinierte Grösse" und etwa die Grösse des physisch installierten Speichers. Mit einem Klick auf den Button "Festlegen" werden die Einstellungen übernommen. Danach muss zwingend neu gestartet werden, damit Windows die Auslagerungsdatei auf die neue Grösse reduziert.

10. Das Systemlaufwerk optimieren!
Das Windows 10 Update erstellt auf dem Datenträger mit dem Systemlaufwerk mindestens eine zusätzliche Wiederherstellungspartition von 450 MB Grösse. Damit dies möglichst reibungslos vor sich gehen kann, ist es möglicherweise von Vorteil wenn man das Systemlaufwerk schon opmimiert hat. Dann werden die Dateifragmente zusamengeführt und alles, was geht, an den Anfang des Datenträgers verschoben. So wird am Ende des Datenträger der benötigte Platz frei um das Verkleinern des Laufwerkes zu ermöglichen. Am effektivsten nutzt man auch hier eine Eingabeaufforderung mit Adminrechten und führt dort die Befehlszeile: defrag C: /u /v /h /x aus. Dadurch wird Laufwerk C: möglichst effektiv defragmentiert und man sieht eine Statistik der Defragmentierung. Beim Einsatz einer SSD sollte man auf die Defragmentierung natürlich verzichten!

Wenn man das alles berücksichtigt und ausgeführt hat, sollte es nun beim Update zu deutlich weniger Fehlern kommen. Denn was machbar war, das habt Ihr umgesetzt und möglichst viele Fehlerquellen schon im Vorfeld ausgemerzt.

Wenn das Update dann trotzdem nicht geklappt hat und ihr hier im Forum nachfragen müsst
Bitte tut uns und euch den Gefallen, gebt uns genaue Angaben zu euren Rechnern, der installierten Software und dem Füllstand euerer Systemlaufwerke. Denn nur dann können wir reagieren ohne unötige Nachfragen stellen zu müssen. Also helft uns, indem ihr diese Informationen unaufgefordert mitliefert.

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