Originalansicht: Festplatte vom Smart-TV mittels Diskpart wieder auf dem PC nutzbar machen - so funktionierts

An aktuellen Smart-TVs mit USB-Recording-Funktion lassen sich nicht nur größere USB-Sticks, sondern auch USB-Festplatten für die Aufnahme von Sendungen nutzen. Um die Laufwerke für USB-Recording fit zu machen, werden diese allerdings vom TV in ein eigenes, verschlüsseltes Dateiformat konvertiert, welches weder unter Windows, Linux oder OSX erkannt wird. Das macht wiederum eine spätere, mögliche Formatierung zur Reaktivierung als Computer-Festplatte relativ kompliziert. Das Windows-eigene Boardmittel Diskpart kann allerdings in so einem Fall die Festplatte wieder für Computer lesbar machen - wie das funktioniert, soll euch dieser Praxis-Tipp zeigen


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Aktuelle Smart-TVs mit USB-Recording-Funktion ermöglichen es, dass ein USB-Stick oder eine USB-Festplatte als Videorecorder verwendet werden können. Dafür werden die Festplatten oder USB-Sticks nach dem ersten Anstecken automatisch oder bestenfalls über ein vorgesehenes Menü in ein TV-eigenes, verschlüsselten Format konvertiert, wodurch dieses bereit ist Aufnahmen sowie Wiedergaben zu tätigen. Allerdings ist die Verschlüsselung so kryptisch, dass selbst baugleiche Geräte des selben Herstellers keine Möglichkeit haben, mit den Aufnahmen etwas anzufangen.

Will man solch eine Festplatte jetzt wieder für den Computer nutzen, muss diese natürlich wieder auf ein Format konvertiert werden, welches der Computer auch erkennt. Unter Windows wird hauptsächlich das NTFS-Format verwendet. Die vom Smart-TV-formatierte Festplatte wird zwar unter Windows in der Datenträgerverwaltung erkannt, jedoch wird sie ausgegraut angezeigt und lässt sich somit auch nicht formatieren.


Festplatte mittels Kommandozeilen-Tool Diskpart wieder für Windows les- und beschreibbar machen

Windows verfügt allerdings über ein Boardmittel namens Diskpart, welches selbst augenscheinlich hoffnungslos formatierte Festplatten wieder dazu bringen kann, die Windows-Formatierung anzunehmen.

Hinweis: da ich selber gerade keine USB-Festplatte für diese Anleitung entbehren konnte, wurde einem USB-Stick diese Ehre zuteil, bei dem die Vorgehensweise aber genau wie bei einer Festplatte identisch ausfällt.

  • unter Windows 10 drückt ihr dazu die Windows-Taste und gebt den Befehl diskpart ein, woraufhin ihr dieses dann durch Bestätigung der Abfrage öffnen könnt
  • ist Diskpart geöffnet, lasst ihr euch mit dem Befehl list disk sämtliche auf dem PC angeschlossenen Laufwerke anzeigen



Achtung: ihr solltet in etwa wissen, wie groß das Speichervolumen der entsprechenden Festplatte oder des USB-Sticks ist, da eine Verwechslung fatale Folgen haben wird. USB-Laufwerke werden in der Regel aber nach den fest integrierten Festplatten sowie optischen und virtuellen Laufwerken angezeigt.

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  • merkt euch die Datenträger-Nummer, mit welcher euer Laufwerk aufgelistet ist (in meinem Fall Laufwerk 10)
  • gebt als nächstes den Befehl select disk 10 ein, wobei ihr anstelle der 10 eure Laufwerksnummer angebt, um das Laufwerk für den nächsten Schritt zu selektieren
  • mit dem Befehl clean wird die bisherige Verzeichnisstruktur des Laufwerks gelöscht, womit allerdings auch sämtliche darauf befindliche Daten entfernt werden



Ihr könnt diskpart jetzt wieder schließen, die Windows-Taste drücken und Datenträgerverwaltung eingeben und diese öffnen. Hier wird euer zuvor über diskpart gelöschtes Laufwerk mit selbiger Nummer angezeigt (bei mir wie gesagt Laufwerk Nummer 10), woraufhin ihr diesem jetzt via Rechtsklick ein neues Volume zuweisen und im NTFS-Format formatieren könnt:


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Meinung des Autors: Wer zum Beispiel seinen Smart-TV wechselt, wird den zuvor genutzten USB-Speicher in dieser Form entweder mit dem alten Gerät mitgeben, oder diesen für andere Dinge benötigen. Im letzteren Fall ist eine Formatierung unumgänglich, wobei diskpart ein mächtiges Boardmittel von Windows darstellt, mit dem diese Arbeit realisierbar ist. Ich kenne diskpart noch aus Zeiten, als ich Festplatten aus alten Apple-Computern in USB-Gehäuse gepackt habe, um diese unter Windows nutzen zu können - also schon lange her.